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Inkasso – Ein kurzer geschichtlicher Abriss

Inkasso – Ein kurzer geschichtlicher Abriss

Die Inkasso-Branche genießt oft den Ruf eines „Russischen Inkassos“ – skrupellos, einschüchternd, muskulös. Der Vorwurf, Profit aus der Not zu generieren, liegt in der Luft. Was ist dran am „Schmuddel-Image“?

Die gesetzliche Definition

Der Begriff des „Inkassos“ stammt aus dem Bankwesen und dem Italienischen und bedeutet „Geld einziehen“.  Die gesetzliche Definition im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) lautet: „eine „Rechtsdienstleistung“, die „die Einziehung fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen zum Gegenstand hat, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird“.

Zum Schutz vor drohendem Konkurs

Die sogenannte Gründerzeit des Inkassos in Deutschland begann bereits nach dem deutsch-französischem Krieg 1870/71 –  und zwar mit dem Wirtschaftsboom, der durch die Industrialisierung einsetzte.  Viele Unternehmen gingen in Konkurs. Um sich zu schützen, schlossen sich seriöse Handwerker, Fabrikanten und Kaufleute zum Informationsaustausch zusammen. 1872 gründete der Advokat Schimmelpfeng das „Auskunfts- und Kontrollburea über geschäftliche, insbesondere Kreditverhältnisse“. Die erste Auskunftei war somit gegründet.  1893 wurden die Tätigkeiten der Auskunfteien dann bereits durch „Einziehung von Forderungen säumiger Schuldner“ erweitert. Nach dem 1. Weltkrieg entstanden dann die ersten Inkassounternehmen.

Schlechte Zahlungsmoral

Mit der Wirtschaftsrezession der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verschlechterte sich die Zahlungsmoral. Kaufmännische Mahnungen verloren ihren Erfolg. Anwaltliche Zahlungsaufforderungen, langwierige gerichtliche Titulierungen der Forderungen und oft erfolglose herkömmliche Zwangsvollstreckungen, waren häufig nicht das geeignete Mittel, um die Liquidität eines Unternehmens zu sichern. Schnelligkeit und Effektivität war gefragt – eine große Stärke von Inkassounternehmen.

Sinnvolle Ergänzung zur Rechtsberatung

Auch wenn es schon seit den 30er Jahren strengere Vorschriften für Inkassounternehmen gab, sprangen auf diesen Zug leider auch „Schwarze Schafe“ auf. Gleichzeitig sah der Gesetzgeber im Inkassounternehmen aber auch eine „sinnvolle Ergänzung“ zur rechtsberatenden Berufsform.

Geprüft und für seriös empfunden

Um Inkassounternehmen eine noch effektivere Beitreibung und Gestaltungsspielraum zu ermöglichen, trat dann 2008 das Rechtsdienstleistungsgesetz in Kraft. Ziel des neuen Gesetztes: Schutz der Rechtssuchenden vor unqualifiziertem und unseriösem Inkasso. Seit 2013 wurde die Aufsicht gegen unseriöse Geschäftspraktiken nochmals verschärft. Inkassounternehmen müssen beim Oberlandesgericht registriert sein, um überhaupt praktizieren zu dürfen. Dazu gibt es strenge Voraussetzungen. Eine qualifizierte Person mit entsprechender rechtlicher Vorbildung und der Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 Euro pro Fall sichert die Kunden vor den Risiken im Rechtsverkehr. Verstöße werden streng geandet, bis hin zur Untersagung der Berufsausübung.

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